Feierabend bei den Luchsen

Rückschau

Luchs-Tour - Pt. ll
"Historie, Wiederansiedlung und aktuelle Entwicklungen bei den Katzen im Harz und darüber hinaus"

Öffentliche Wanderung mit dem Harzklub ZV Goslar e.V. in Kooperation mit dem Nationalpark Harz

Das Luchsprojekt Harz und die Harzer Luchspopulation, bei der es sich um die größte in ganz Deutschland handelt, wirkt weit über die Grenzen des Harzes hinaus.

Das Zuchtpaar des Nationalpark Harz, welcher sich seit 2024 am internationalen Erhaltungszuchtprogramms für den Eurasischen Luchs beteiligt, hat seit dem Frühjahr die ersten drei Jungtiere, welche im kommenden Sommer hoffentlich erfolgreich im Rahmen der laufenden Auswilderungsprojekte in Thüringen, Sachsen, im Schwarzwald oder im Pfälzer Wald ausgewildert werden können.

In der vergangenen Woche wurden zudem im Thüringer Wald sowie im Erzgebirge jeweils zwei weitere Luchse im Rahmen der laufenden Projekte „Luchs Thüringen – Europas Luchse vernetzen“ und „RELynx – Luchse für Sachsen“ in die Freiheit entlassen. Zudem wurde Anfang August ein rehabilitiere Luchskatze aus der Harzpopulation bei Osterwald im Landkreis Hameln-Pyrmont in ihr zukünftiges Streifgebiet zwischen Hameln, Hannover und Hildesheim in ihr zukünftiges Streifgebiet entlassen, auf dass sie dort mit den bereits dort ansässigen Kudern zu einer weiteren Stabilisierung der nördlichsten Deutschen Luchspopulation beitragen kann.

Rund um die größte europäische Katze bleibt es also spannend, nicht nur in Deutschland, sondern auch darüber hinaus.

Zeit also, unseren Luchsen an den Rabenklippen hoch über dem Eckertal bei Bad Harzburg im Nationalpark Harz im Rahmen der zweiten Luchs-Tour einen Besuch abzustatten.

Nach der Hitzeperiode und dem wechselhaftem Wetter der vergangenen Tage ging es nach Feierabend in der Abendsonne bei einer milden Brise über den Kaltetalskopf hinauf zum Luchsgehege.

Unterwegs bin ich mit der kleinen aber sehr interessierten Gruppe inklusive Rauhaardackel-Dame Lucy einmal mehr in die Historie der Harzer Luchse – von der Ausrottung im Jahr 1818, über die Wiederansiedelung ab dem Jahr 2000 bis hin zum Erhaltungszuchtprogramm mit dem Zuchtpaar Rikki und Reto – eingetaucht. Neben den aktuellen Entwicklungen in Deutschland und Europa habe ich natürlich auch einmal mehr alle grundlegenden Informationen zur Lebensweise und zum Eurasischen Luchs selbst, vermittelt.

An den Rabenklippen angekommen, wurden wir immerhin von Kuder Paul und dem Zuchtkuder Reto begrüßt. Die beiden Gehege-Damen Alice und Ellen machten sich dagegen kurz nach unserem Eintreffen rar.

Rikki darf sich derzeit voll und ganz auf den ersten Nachwuchs in ihrem Katzeleben konzentrieren. Sie ist derzeit in einem hinteren, nicht einsehbaren Gehege untergebracht, damit ihre drei Sprößlinge. Der Kontakt zum Menschen wird selbst von den Mitarbeiter*innen des Nationalparks auf das absolut Notwendigste beschränkt, damit sich die drei Luchse bestmöglich im Hinblick auf ihre Auswilderung entwickeln können. Sie müssen daher möglichst unbeeinflusst von menschlichem Kontakt aufwachsen.

Copyright:
Ole Anders & Nationalpark Harz

Das trübte die Stimmung jedoch keineswegs, Paul und Reto posierten stattdessen mehrfach direkt hinter dem Zaun für uns. Danach durften alle Teilnehmer*innen noch die ikonische Aussicht über das Eckertal auf Taubenklippe, Scharfenstein, Brocken und in Richtung Torfhaus genießen, bevor es in der milden Abendsonne hinab nach Bad Harzburg ging.

Zum Abschluss wartete der exklusive Luchs-Sonderstempel für alle Mitwanderer*innen als finale Belohnung.

 

Weiter geht’s bereits in drei Wochen. Dann wird es sportlich auf der Gipfeltour. Rund 39 Kilometer und 1200 Höhenmeter erwarten die Teilnehmenden der Tagestour. Die dritte und letzte öffentliche Luchs-Tour findet am 01.10. statt. Infos und Anmeldung über „Abenteuer 2026“!

Impressionen
Weitere Informationen:
Beitrag teilen / drucken

Weitere Beiträge...