Feierabend-Wanderung an der Rüstungsaltlast „Werk Tanne“

Rückschau

„Das Werk Tanne in Clausthal-Zellerfeld – Geschichte, Gegenwart und Perspektive einer Rüstungsaltlast im Harz“

Öffentliche Wanderung mit dem Harzklub ZV Goslar e.V.

Die Rüstungsaltlast des ehemaligen „Werk Tanne“ im Oberharz begleitet mich nun schon seit vielen Jahren – sowohl beruflich, als auch privat. Auf dem ca. 110 ha großen Areal befand sich während des Dritten Reiches eine der fünf größten Produktionsstätten von TNT-Sprengstoff.

Und so konkretisierte sich im Verlauf meiner Ausbildung zum DWV-Wanderführer 2022/2023 die Idee, dieses spannende wie tragische Kapitel der jüngeren Harz-Geschichte für Wanderungen und Exkursionen aufzubereiten.

Am Donnerstag ging es nun bereits im dritten Jahr in Folge in den Oberharz. Dass das Thema rund um die Altlast aktueller denn je ist, zeigen nicht nur die Fortschritte bei der Sanierung in den vergangenen Jahren sowie die aktuelle Entwicklung inkl. den jüngst durch den Eigentümer vorgestellten kontroversen Windkraftplänen für den ehemaligen Industriestandort, sondern vor allem auch das nach wie vor vorhandene rege Interesse an Informationen rund um die Altlast.

Dreizehn Teilnehmer*innen sowie zwei Vierbeiner nahmen am Donnerstag-Abend an der „kleinen Runde“ im Rahmen des Formates der Feierabend-Wanderungen des Harzklubs Goslar e.V. teil.

Bei 20°C, blauem Himmel, Schönwetter-Wolken und einer leichten Brise herrschten nach den vorangegangenen zwei heißesten Tagen des Jahres jenseits der 30°C-Marke beste Bedingungen, um in die Abendsonne zu wandern. Nach einer Einführung in die Historie des „Werk Tanne“ auf dem Damm des Mittleren Pfauenteiches ging es knapp sieben Kilometer entlang der Grenzen der ehemaligen Sprengstoff-Fabrik. Das Thema Zwangsarbeit stand ebenso im Mittelpunkt, wie die unter anderem durch den Betrieb hervorgerufenen massiven Umweltschäden und -gefährdungen, deren Sanierung noch viele Generationen beschäftigen wird sowie die Perspektiven für die Zukunft, die die Eigentümer in der Fläche sehen. Zum Abschluss wurde noch die Frage beantwortet, warum es eben nicht selbstverständlich ist, dass für die sechs Informationstafeln, welche seit 2021 in Sichtweite der noch vorhandenen Ruinen von der dunklen Geschichte des „Werk Tanne“ erzählen, die Form der im Harz traditionellen „Dennert-Tanne“ gewählt wurde.

Es deutet sich an, dass dies nicht die letzte Exkursion zu diesem Thema war…

Impressionen
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