66 Stories aus hardrock & Metal!
HARZ HIKING METAL PUNK goes Hochkultur!
Ausstellungseröffnung am 06.06.26 auf der Museums-Plaza im Goslarer Kultur-Marktplatz!
Der Kultur-Marktplatz und das Goslarer Museum sind im Alltag Heimstatt der Stadtbibliothek, der Marktkirchen-Bibliothek, des Stadtarchivs und der zentrale Ort, an dem Einheimische wie Gäste in die über 1100 Jahre andauernde bewegte Historie unserer Welterbestadt eintauchen können. Der Rammelsberg – Goslars Schicksalsberg – zog mit seinen reichen Erzvorkommen einst die mittelalterlichen Kaiser und sogar den Papst in den Harz, der einige Jahrhunderte ein Zentrum des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation war. Für einige der Reise-Kaiser avancierte Goslar mit seiner ehrwürdigen Pfalz zum Lieblingsort für Hoftage, einer ließ aus Verbundenheit sogar sein Herz in Goslar zurück…
Da die Geschichte Goslars untrennbar mit dem Bergbau verbunden ist, beinhaltet das Goslarer Museum darüber hinaus auch eine offizielle Infostelle des UNESCO Global Geoparks „Harz, Braunschweiger Land, Ostfalen“ inklusive Sonderausstellung und Mineraliensammlung. Insofern trifft im Goslarer Museum Erdgeschichte auf Stadt-, Kultur- und Industriegeschichte.
Ab dem 06.06.2026 wird im Rahmen der Sonderausstellung „Kaiser, Kult & Krach – 66 Stories aus Rock & Metal“ eine kulturelle Nische lokal, regional und global aus der Nähe beleuchtet. An einem Ort, der für gewöhnlich unter wissenschaftlichem Zepter einen Bildungsauftrag im Namen der Hochkultur zu erfüllen hat, wird es ab dem kommenden Wochenende düster, laut und brachial:
„Kaiser, Kult und Krach“ befasst sich mit der Geschichte des Heavy Metal in all seinen Facetten mit einem besonderen Fokus auf der lokalen und regionalen Szene in Goslar und im Harz. Zahlreiche Leihgaben bzw. Exponate wurden für die kleine aber feine Ausstellung sprichwörtlich in „Szene“ gesetzt, unter anderem zusammengetragen von Fans, Künstler*innen, Bands und Veranstalter*innen, die die lokale wie regionale Szene in den vergangenen Jahrzehnten begründet und geprägt haben oder auch noch heute prägen.
Goslar ist nicht nur meine Heimatstadt, sondern in Goslar liegen gleichfalls meine musikalischen Wurzeln:
Goslar und Oker sind die Orte, an denen in mir die Leidenschaft für Musik im Allgemeinen, insbesondere aber für (Punk-)Rock und Heavy Metal geweckt wurde. Als Kind und Teenager vor allem inspiriert von Punkbands wie den TOTEN HOSEN, den ABSTÜRZENDEN BRIEFTAUBEN, SLIME oder ZUSAMMROTTUNG, entdeckte ich alsbald mit ALICE COOPER, OZZY OSBOURNE und GUNS `N´ ROSES zunehmend den Metal für mich, wobei IRON MAIDEN hierbei für mich bis heute einen unverrückbaren Fixpunkt in meinem musikalischen Universum bilden. BLIND GUARDIAN, SODOM, MEGADETH waren weitere prägende Kapellen, bis die Grindcore-Urgesteine von NAPALM DEATH schließlich in Sachen musikalischer „Härte“ die finale Büchse der Pandora öffnen sollten, die bis heute sperrangelweit offen steht. Death Metal – Bands wie ENTOMBED, MORBID ANGEL, UNLEASHED oder MORGOTH definierten Brutalität und Düsternis neu. Der britische Doom-Death mit der heiligen Dreifaltigkeit um Paradise Lost, My Dying Bride und Anathema zelebrierte jene Trauer und Melancholie, die es als wütender Jugendlicher voller Weltschmerz zu überstehen und zu durchleben galt. Nicht nur die zweite skandinavische Black Metal – Welle brachte stellvertretend mit DARKTHRONE´s „Transylvanian Hunger“, ANCIENT´s „Svartalvheim“ oder MAYHEM´s „De Mysteriis Dom Sathanas“ trotz oder auch wegen ihrer Kompromisslosigkeit in aber auch abseits der Musik inklusive zweifelsfrei krimineller Auswüchse einer Subkultur die besonders in Norwegen aus dem Ruder gelaufen war, eine Spiritualität in mein Leben, die mir Pastoren und Kirche nur wenige Jahre zuvor nicht hatten erschließen können. Immerhin bescherte mir mein Durchhaltevermögen beim Konfirmandenunterricht DAS entscheidende Werkzeug, das nach Walkman und Kassettenrekorder mein (musikalisches) Leben bis heute prägen sollte: Die erste eigene Stereo-Anlage!
Im Zusammenhang mit dieser Entwicklung waren es vor allem aber die ersten lokalen Live-Konzerte mit regionalen Bands wie BETRAYER, EIBON, FINAL CRY, WISECRACK, COR oder aber BLOOD, auf denen ich lernte, wie mächtig (tiefer gestimmte) Gitarren und Double-Bass-Gewitter oder Blastbeats mit den passenden Vocals eindrücklich auf mich wirken und mich inspirieren konnten. Die deutschen Grindpioniere BLOOD waren bei ihrem Gig im Goslarer Jugendzentrum ohne Zweifel eine Band, vor der man Angst haben durfte, wenn nicht sogar musste. Diese Metal-Konzerte waren zusätzliche Erweckungserlebnisse, die mir vor allem die Theorie meines familiären Umfeldes widerlegen sollten, dass diese Vorliebe für Krach, finstere Texte und Artworks, die von Tod und Teufel inspiriert waren, nur so eine Phase sein sollte, die sich nach ein paar Monaten, maximal Jahren wieder legen würde! Irgendwie mussten es ja die ganzen Typen, die da oben von der Bühne herablärmten es ja auch geschafft haben, die metallische Flamme über ihre Jugend hinaus am Lodern zu halten.
EIBON – „I´m The Womb Of Rebirth“
Trotz gescheiterter Früherziehung am Glockenspiel und erfolgreicher Zeit als Trommelbube bei der Schützenmusikgemeinschaft Oker war ich auf meinem musikalischen Weg dann doch eher ein Spätberufener, zumal man die erste eigene Band prinzipiell gründen sollte, bevor alle Mitstreiter*innen ein Instrument spielen können, geschweige denn beherrschen.
So richtig los ging´s dann mit der ersten Punkband, wobei parallel schon ein erstes Black Metal – Projekt aus der Taufe gehoben wurde, bis sich alsbald die Möglichkeit eröffnen sollte, bei den Ilsenburger Death-Metallern von COR als „Praktikant“ anzuheuern. Der Schritt von Goslar in den Ostharz der Nachwendejahre sollte nicht nur für mich persönlich, sondern vor allem musikalisch wie menschlich ganz besonders prägend sein. Zwischenzeitlich kam es sogar zum Bruch mit meiner „West-Vergangenheit“ bzw. dem Kontakt zur Goslarer Szene.

VERHALTENSGESTÖRT live im JuZ Gleis 95 in Oker

COR live in Nienhagen
Noch lange bevor das Rock Harz Festival zehntausende Besucher nach Ballenstedt lockte, zelebrierte man auf dem Benne- oder dem Rübeland – Open Air im Ostharz mit nationalen und internationalen Szene-Größen den subkulturellen Ausnahmezustand. Gleichzeitig entstanden Bands wie die AKANTOPHIS oder SOMETHING TO THINK ABOUT oder aber auch das kurzzeitige Projekt APOCALYPSE NOW, an denen ich beteiligt war.

AKANTOPHIS – Galaria Terra @ Exitus – Album-Artwork

SOMETHING TO THINK ABOUT live im Café am Heizhaus in Ilsenburg
Parallel dazu stiegen wir in Ilsenburg ins Veranstaltungs-Geschäft ein. Der Metal-Club-Harz e. V. wurde mit viel Enthusiasmus aus der Taufe gehoben und prägte wiederum fortan für einige Jahre nicht nur mein Leben. Ein Engagement, das nicht nur viele Underground-Acts nach Ilsenburg holen sollte, sondern das ironischer Weise auch ein Stück weit Inspiration für den G.M.S. e. V. war, der bis heute in Goslar aktiv ist.
Nun ist das Leben voller Brüche. Die eigenen musikalischen Aktivitäten traten zwar zunehmend (nicht zuletzt auch wegen eher mäßigem handwerklichem Talent) in den Hintergrund, nicht aber die Liebe zur Musik und zum Heavy Metal an sich, so dass ich mich zwischenzeitlich mit mäßigem Erfolg als Hobby-Vertriebler verdingte, während ich mich gleichzeitig als Schreiber in der Redaktion des Twilight-Magazins wieder fand. Insbesondere der Schreiberei sowie dem Twilight Magazin, welches seine Ursprünge im Hildesheimer Umland hat, bin ich bis heute treu geblieben.
Vor einigen Jahren schloss sich mit meiner Rückkehr nach Goslar ein erster Kreis und vor gut einem halben Jahr begann sich dann ein weiterer Kreis zu schließen:
Ich bin glücklich und dankbar, dass ich sowohl mit dem Bereitstellen von Exponaten, als auch inhaltlich einen kleinen aber nicht ganz unerheblichen Teil zu „Kaiser, Kult & Krach“ beitragen durfte und konnte. Besonders spannend finde ich den Umstand, dass die Initiatoren einmal mehr versucht haben, das Heavy Metal – Universum bzw. den thematischen Fokus der Ausstellung nicht nur erlebbar zu machen, sondern gleichzeitig in den Kontext mit der spannenden und bewegten Stadtgeschichte von Goslar zu setzen.
Derzeit fiebere ich wirklich mit jeder Stunde ein Stück weit mehr der Ausstellungseröffnung am kommenden Samstag entgegen.

Eröffnet wird die Sonderausstellung am 06.06.2026 um 11:00 Uhr auf der Museums-Plaza des Kulturmarktplatzes. Begleitet werden die „66 Stories aus Rock & Metal“ von der Tribute-Band OP3, die metallische Klassiker zum Besten geben wird. Für Speisen wird ebenfalls gesorgt sein, wie für zünftige Hopfengetränke. Odin Paul, Inhaber und Braumeister des Brauhauses Goslar, in dem das Harzer Ur-Bier – die Gose – gebraut wird, hat sich nicht lumpen lassen und kredenzt einen speziellen „Kaiser, Kult & Krach“-Sud.
Die Ausstellung läuft bis zum 31.12.2026, begleitet von einem umfangreichen Rahmenprogramm, wie Lesungen, Konzerten und Vorträgen.
Aktuell sind folgende Veranstaltungen bestätigt:
- 12. Juni 2026 – Soundchaser: Lebenslänglich Heavy Metal. Mein Leben mit Rage – Lesung mit Peavy und Ralf Richter
- 26. Juni 2026 – Hard, Heavy & Happy – Lesung mit Dr. Nico Rose
- 24. Juli 2026 – Nötes Of A Dirty Old Fan – Lesung mit Frank Schäfer
- 28. August 2026 – Freitags-Kickoff Live-Konzert – Woodoo Blade aus Goslars Partnerstadt Beroun
- 11. September 2026 – Skogtatt – Lesung mit Ulrike Serowy
- 16. Oktober 2026 – Schwermetallanalysen – Lesung mit Musikwissenschaftler Dietmar Elflein
- 18. November 2026 – Ein Abend mit dem Rockharz Festival – Das Team des Festivals gewährt als Kooperationspartner der Ausstellung exklusive Einblicke hinter die Kulissen des Festivals
- 28. November 2026 – Meet & Greet mit Niklas Kahl – Der Drummer von Lord Of The Lost gibt sich in Goslar die Ehre
- 17. Dezember 2026 – Ein Abend mit Peter Urban – Zeitreise zu den Ursprüngen des Heavy Metal
Weitere Infos und Tickets gibt’s über www.goslar.de/krach!
Das vergangene halbe Jahr war in gewisser Weise eine aufregende Zeitreise! Danken möchte ich an dieser Stelle Dr. Jan Habermann, mit dem ich mehr als nur die Leidenschaft für das Wandern im Harz teile, für sein Vertrauen! Dem Fachdienst Kultur und der Stadt Goslar für den Mut, unsere liebgewonnene Subkultur auf musealer Ebene in die Öffentlichkeit zu rücken. Danke insbesondere allen direkt Beteiligten, die diese Ausstellung mit viel Engagement und Herzblut Realität haben werden lassen.
Danken möchte ich auch Andi, der das Erbe des Metal-Club-Harz e.V. akribisch archiviert und über all die Jahre gehütet hat, damit ein Teil nun der Öffentlichkeit präsentiert werden kann! Dank und Grüße gehen darüber hinaus auch an alle Menschen, die an meiner irren Reise mit dem Metal-Club-Harz beteiligt waren und mit denen das überhaupt erst möglich wurde! Und last, not least: Gone but not Forgotten – Pfanne & Marcus Giese!!!

In diesem Sinne:
METAL WILL NEVER DIE!!!
Wir sehen uns im Goslarer Museum!
DIE APOKALYPTISCHEN REITER – Metal Will Never Die: