
Rückschau
Luchs-Tour
"Historie, Wiederansiedelung und Perspektive der Harzer Katzen"
Öffentliche Wanderung mit dem Harzklub ZV Goslar e.V. in Kooperation mit dem Nationalpark Harz

Gestern Abend widmete ich mich im Rahmen der aktuellen Feierabendwanderung des Harzklub ZV Goslar e. V. in Kooperation mit dem Nationalpark Harz einem meiner absoluten Herzensthemen.
Ich verfolge das Luchsprojekt Harz bereits seit dem Beschluss der Niedersächsischen Landesregierung im Jahr 1999. Mittlerweile sind 25 Jahre vergangen. Bis 2006 wurden insgesamt 24 Luchse im Nationalpark Harz ausgewildert und der gesamte Harz beherbergt heute eine von drei stabilen Luchs-Populationen in Deutschland.
Mit einer kleinen, äußerst interessierten Gruppe ging es gestern also von Bad Harzburg hinauf zu den Rabenklippen, wo sich das Schaugehege der Harzer Pinselohren befindet. Bei bestem Wetter wanderten wir zunächst in der Abendsonne über den Kaltetalskopf. Auf dieser Anhöhe zwischen Burgberg und der Rabenklippe kann man eindrücklich beobachten, wie rasant sich im Zuge der natürlichen Dynamik die Pionierpflanzen die ehemaligen Forstflächen, auf denen vor mehreren Jahren die Fichtenmonokulturen abstarben, zurückholen, wobei das noch vorhandene stehende wie auch liegende Totholz seine wichtige und natürliche Funktion im Wald erfüllen darf.
Hauptthema der Wanderung war jedoch der Eurasische Luchs, die größte in Deutschland lebenden Katzenart. Angefangen bei der geschichtsträchtigen großen Jagd auf den vermeintlich letzten Harz-Luchs, der 1818 durch den reitenden Förster Spellerberg zwischen Seesen und Lautenthal zur Strecke gebracht wurde und damit wie andernorts in Deutschland und Mitteleuropa die Ausrottung dieser Tiere begründete, über die ersten Wiederansiedlungs-Maßnahmen im vergangenen Jahrhundert, die Lebensweise dieser heimlichen Waldbewohner bis hin zur Erfolgsgeschichte des Harzer Luchsprojektes. Letztlich ging es aber auch darum, dass es langfristig nicht reichen wird, die Populationen und Lebensräume der Luchse in Deutschland und Europa zu vernetzen, sondern dass es eines aufwändigen und umfassenden Erhaltungszuchtprogrammes sowie weiterer Wiederansiedelungs- und Auswilderungsprojekte in Form von Trittsteinpopulationen bedarf.
Der Nationalpark Harz beteiligt sich im Rahmen des Luchsprojektes seit dem vergangenen Jahr an dem vom Europäischen Zooverband koordinierten internationalen Zuchtprogramm.
Am Schaugehege an den Rabenklippen angekommen, konnten wir zwar leider noch nicht den erst in der vergangenen angekommenen und für die Zucht vorgesehenen Schweizer Kuder begrüßen – der darf sich aktuell noch in Ruhe in sein neues Zuhause eingewöhnen. Statt ihm begrüßte uns Paul in seiner ganzen eindrucksvollen Luchspracht, während uns die beiden Katzen verborgen blieben und vermutlich eher die Nähe zum Neuankömmling suchten.
Einmal an den Rabenklippen durfte dann natürlich auch der Blick von der eigentlichen Klippe gen Brocken in den Hochharz sowie gen Taubenklippe nicht fehlen, wiederum bei traumhaftem Licht in der Abendsonne. Nachdem der Stempel der Harzer Wandernadel noch eingesammelt war, ging es bei leichtem Wind und lauen, spätsommerlichen Temperaturen wieder hinab ins Tal und heimwärts.
Als besondere Überraschung gab e zum finalen Abschluss dann noch den exklusiven Luchs-Stempel vom HARZ HIKING METAL PUNK für alle Teilnehmer*innen!